Krieger- und Reservistenkameradschaft hielt Jahrtag ab

Am vergangenen Sonntag beging die Krieger- und Reservistenkameradschaft  Gerzen in traditioneller Art und Weise ihren Jahrtag. Auch in diesem Jahr begann das Festprogramm bereits um 6 Uhr mit dem Wecken durch Kanonenschüsse. Ab 8:30 Uhr wurden die Abordnungen der Vereine beim Gasthof Bergmeier von der Blaskapelle Felix Riedel eingeholt, die von Vorstand Josef Moser herzlich willkommen geheißen wurden.

 

Grossansicht in neuem Fenster: KirchenzugMit Salutschüssen und Glockengeläut bewegte sich dann der Kirchenzug mit den örtlichen Vereinen und den Nachbarvereinen aus Aham, Lichtenhaag und Wippstetten zur Pfarrkirche. Dort hielt Pfarrer Franz Speckbacher den Gedenkgottesdienst für die gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden der Pfarrei beider Weltkriege. In seinen Eingangsworten sagte der Pfarrer: Wie sollte Gott uns verstoßen, da er uns doch unendlich liebt. Gott kommt zu Dir als Gast. Ich habe mit Dir was ganz großes im Sinn, damit Du Christus meinem Sohn immer ähnlicher wirst. Er gibt Hoffnung für jene, die auf den Kriegsplätzen ihr Leben lassen mussten.

 

Ein langer Zug bewegte sich zur Kirche.

 

In seiner Predigt ging Pfarrer Speckbacher auf die Gottesliebe ein. Wir sollen das Beten in der heutigen gefüllten Zeit nicht vergessen. Wie immer wir unsere Zeit verbringen, was immer wir auch tun, eines kommt fast immer zu kurz – aufmerksam zuhören. Wenn das was Gott für uns wirksam werden soll, dann müssen wir auf Ihn hören und bewusst aufnehmen. Wir sind für Gott wichtig, er liebt uns. Darum sollen wir bewusst das Tagewerk immer wieder unterbrechen um seine Botschaft zu hören. Höre und Du wirst Leben!

Feierlich musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Blaskapelle Riedel.

 

Nach dem Gottesdienst zog man gemeinsam zum Kriegerdenkmal, wo Pfarrer Franz Speckbacher die Gebete für alle Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen sprach.

Anschließend bedankte sich Vorstand Josef Moser bei allen Beteiligten. In seiner Ansprache ging er ein auf Frieden und Freiheit, dass die Grundlagen jeder menschenwürdigen Existenz sind. Fast selbstverständlich, sollte man meinen. Wir stehen vor dem Gedenkstein für die Gefallenen beider Weltkriege und denken mit Respekt und Trauer an die gefallenen Soldaten und Kriegsopfer. Erinnern ist oft schmerzlich. Es mache fassungslos, an all die Millionen junger Menschen zu denken, die durch Krieg und Gewalt viel zu früh sterben mussten. Sie alle durften ihr Leben nicht leben, sie alle hinterließen Lücken. Erst in jüngerer Zeit werde der Gesellschaft wieder bewusst, was Krieg bedeute. Durch die Auslandseinsätze deutscher Soldaten rückten die Kriege in fernen Ländern wie Afghanistan und Syrien nahe an uns heran. Frieden und Freiheit sind keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern dafür müssten sich die Menschen, mit Denken und Handeln einsetzen. Auch deshalb hat der Kriegerjahrtag immer noch eine wichtige Bedeutung: als Mahnung und Appell für ein friedliches Miteinander. So gedenken wir heute an die vielen Frauen, Männer und Kinder, die Opfer von Krieg und Gewalt geworden sind. Aber auch an all den Toten, die in den Soldatenfriedhöfen und Kriegsgräbern in aller Welt oder an unbekannten Orten ruhen. Er gedachte an alle verstorbenen Vereinskameraden, besonders an Fritz Grötzinger, Peter Machel und Hans Reif, die seit dem letzten Jahrtag verstorben sind. Anschließend legte Vorstand Josef Moser am Kriegerdenkmal ein Kranzgebinde nieder. Mit dem Lied vom „Guten Kameraden“, dem Senken der Fahnen zum Gebet, dem Ehrensalut und der Nationalhymne wurden die Feierlichkeiten am Kriegerdenkmal abgeschlossen.

 

 Grossansicht in neuem Fenster: Ansprache am Kriegerdenkmal

Vorstand Josef Moser (Mitte) bei seiner Ansprache am Kriegerdenkmal.

 

Nach der Gedenkfeier erfolgten wieder die Aufstellung und der Marsch zum Gasthof Bergmeier, wo das gemeinsame Mittagessen eingenommen wurde.

 

 

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