Glanzvolles Fronleichnamsfest in der Pfarrgemeinde St. Georg in Gerzen

"Lass dein Lob zum Himmel dringen!"

 

"Unser Lob soll laut erschallen und das Herz in Freuden wallen, denn der Tag hat sich genaht, da der Herr zum Tisch der Gnaden uns zum ersten Mal geladen und dies Brot geopfert hat." Beim Letzten Abendmahl hat Christus seiner Kirche das Sakrament seines Leibes und Blutes anvertraut zum bleibenden Gedächtnis seines erlösenden Sterbens am Kreuz. Der Gründonnerstag steht freilich schon ganz im Zeichen der nahen Passion und lässt ein fröhliches Fest zu Ehren des Altarsakramentes nicht zu. Schon seit dem 13. Jahrhundert begeht die Kirche darum auf ausdrücklichen Wunsch ihres göttlichen Stifters am ersten Donnerstag nach der Pfingstwoche einen eigenen Festtag zu Ehren der bleibenden Gegenwart Christi im Geheimnis der heiligsten Eucharistie. In der Pfarrgemeinde St. Georg nimmt Fronleichnam seit jeher einen herausragenden Platz im Kirchenjahr ein, erhabene Würde und festlicher Glanz prägen die liturgische Feier an diesem außergewöhnlichen Tag. Bereits in den Tagen zuvor hatten fleißige Hände die Pfarrkirche mit frischen Birken geschmückt und vor der Kommunionbank den "Himmel" aufgestellt, einen kostbaren, goldbestickten Baldachin aus Brokat, mit weißen Straußenfedern geschmückt. Mit einer großen Schar Ministranten aus Gerzen und sämtlichen Filialen der weitläufigen Pfarrei zog Pfarrer Franz Speckbacher in das Gotteshaus ein, um ein feierliches Hochamt zu singen. Gleich zu Beginn erinnerte er die Gläubigen daran, dass in der Heiligen Messe die Stunde Jesu Gegenwart werde, das heißt die Hingabe seines Lebens am Kreuz. Durch seine Liebe habe der Herr seinen grausamen Tod in einen Akt höchster Liebe verwandelt und damit eine geheimnisvolle Wandlung in Gang gesetzt, die nicht nur Brot und Wein, sondern auch die Herzen der Jünger erfasse. An jedem einzelnen Getauften liege es nun, sich von Gottes Liebe in den Bann ziehen zu lassen und Christus immer ähnlicher zu werden, damit Gott einst alles in allem sein kann.

Hatten dunkle Wolken und Regentropfen in der Frühe noch Zweifel aufsteigen lassen, heiterte sich der Himmel während der Messfeier immer mehr auf und ließ sogar die Sonne hervortreten, so dass sich die Gerzener Fronleichnamsprozession in ihrer ganzen Schönheit entfalten konnte. Vom ersten Altar in der Hofmark ging es weiter zum Schloss, von dort durch den malerischen Schlosspark zum Altenheim "Sanorium", sodann zum vierten Altar vor dem Anwesen der Familie Bick. Jedes Mal verkündete der Priester das Evangelium, vertraute in den Fürbitten Kirche und Welt der Barmherzigkeit Christi an und spendete den eucharistischen Segen mit der blumengeschmückten Monstranz. Als die Gläubigen zum krönenden Abschluss der Prozession wieder in die Pfarrkirche einzogen, als sich während des Te Deum der feierliche Gesang des Chores mit dem mächtigen Klang der Glocken und duftenden Weihrauchschwaden zu einer wunderbaren Einheit verband, konnte man spüren, was der heilige Thomas von Aquin in seiner berühmten Fronleichnamssequenz "Lauda Sion" so ausgedrückt hatte: "Lass dein Lob zum Himmel dringen, ihn zu rühmen, ihm zu singen, hat kein Mensch genug getan!"

Mit herzlichen Worten dankte Pfarrer Speckbacher am Ende der erhebenden Feier allen Helfern, besonders dem Gerzener Kirchenchor für die feierlichen Motetten, den Bläsern aus Geisenhausen und nicht zuletzt einer Gruppe begeisterter Jugendlicher, die in der Hofmark einen äußerst stattlichen, kunstvollen Blumenteppich gelegt und dafür das Leitmotiv der diesjährigen Erstkommunionkinder ausgewählt hatten: "Du bist ein Ton in Gottes Melodie!" Sie alle haben dazu beigetragen, dass die Freude über Gottes Gegenwart auch über den Fronleichnamstag hinaus noch lange nachklingen wird.

 

 

 Grossansicht in neuem Fenster: Glanzvolles Fronleichnamsfest in der Pfarrgemeinde St. Georg  in Gerzen

Die katholischen Christen feierten das Fronleichnamsfest und zogen mit der Prozession durch den Ort …

 

Grossansicht in neuem Fenster: Blumenteppich 2019 Fronleichnam Gerzen

… und zu den aufgebauten Altären

 

 

 

 

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