gerzen.de




Grußwort Gerzen
Impressionen
Planungen Projekte
Dorferneuerung
Städtebauförderung
Baugebiete
Infrastruktur
Gemeindeorgane
Gemeinderat
Sonstige Gremien
Verwaltung
Ortsrecht
Sitzungen
Einrichtungen
Kindergärten
Schulen
Ärztliche Versorgung
Wirtschaft & Gewerbe
Gewerbebetriebe
Freizeit & Kultur
Geschichte
Ferienprogramm
Vereine & Verbände
Ortsplan
Impressum
Datenschutz
Haftungsausschluss
Siedlungsgeschichte
In vorgeschichtlicher Zeit lag ein Besiedlungsschwerpunkt im unteren Vilsraum, der bis ins ca. 15 km weiter südlich gelegene Binatal reichte. Siedlungsfunde des Mittelneolithikums (ca. 4.900 bis 4.500 v. Chr.), der frühen Bronzezeit und der Bronze- ( ca. 2.100 bis 1.300 v. Chr.) oder Urnenfeldzeit (ca. 1.300 bis 800 v. Chr.) ca. 850 m südöstlich der Kirche von Lichtenhaag dokumentieren dies.
Für eine Besiedelung mindestens seit der spätrömischen Kaiserzeit spricht die Weinbautradition im Isar- und Vilstal, die bis in die frühe Neuzeit zurückzuführen ist.

Lichtenhaag liegt an der Hochstrasse von Diemannskirchen über Seyboldsdorf nach dem im 9. Jahrhundert schon genannten Gerzen. Die ersten Wege waren Höhenwege und erst später wurden mit dem Siedlungsausbau in den Flußauen auch diese Wege passierbar.

Um 1305 verlegten die Ritter von Leberskirchen ihren Sitz von ihrem Stammgut Leberskirchen nach Lichtenhaag auf die Höhe des Spornrückens kurz westlich des Zusammenflusses von Großer und Kleiner Vils. Sehr wahrscheinlich legten Sie den neuen Sitz an der Stelle einer bereits vorgeschichtlichen Wallanlage an. Die Ortsbezeichnung „Haag“ deutet zumindest darauf hin. Der Grund für diese Verlegung ist vermutlich darin zu sehen, daß durch die herzogliche Landespolitik die Straße „ostana winweges“ (Weinweg) im Tal der kleinen Vils an Bedeutung gewann.

In den Chroniken konnten keinerlei Hinweise gefunden werden, ob bei Errichtung des Stammgutes bereits eine Ansiedlung bestanden hat.
In einem Verzeichnis der Güter des Herzogs vom Jahre 1308 im „Gericht Pipurg“ (Vilsbiburg) wird der Salztransport an erster Stelle genannt. Deshalb hatten die Ritter von Leberskirchen auch die Sicherheit an den beiden nächstliegenden Zollstätten in Gerzen und Solling zu gewährleisten. Mit der Verlegung Ihres Sitzes von Leberskirchen nach Lichtenhaag, verzichtete Eckhardt von Leberskirchen auf das Schutzrecht über die Pfarrei Gerzen zugunsten des Bischofs von Regensburg.

1447 verlegte der Ritter „Lienhart Leberskirchner zu Liechtnhag“ seinen Adelssitz nach Lichtenhaag, er konnte bereits herrschaftlichen Besitz zu Lichtenhaag nachweisen und als Grundherr im Ort in Erscheinung treten. Umfangreiche Rodungsleistungen im Bereich des Dorfes Lichtenhaag waren vorausgegangen und wurden weitergeführt.Die Adeligen von Leberskirchen waren zu dieser Zeit in Gerzen und Lichtenhaag ansässig.

1506 werden der Sitz Lichtenhaag und die Hofmarken Leberskirchen (Gde. Schalkham) und Vilssattling (Gde Lichtenhaag) (= die Vilsweber) im Besitz der Leberskircher bestätigt. Mit dem Aussterben der Leberskircher im Jahre 1521 kamen die drei Hofmarksdörfer Lichtenhaag, Leberskirchen und Vilssattling mit dem Sitz in Lichtenhaag an den Pfleger zu Biburg.

1508 wird die Kirche St. Nikolaus zum erstenmal erwähnt, 1559 wird im Zusammenhang mit der Kirche berichtet, dass sie mit Kirchenzier wohl versehen ist, aber sie ist baufällig und diese Baufälle können wegen Armut nicht repariert werden. 1590 wird der bauliche Zustand als gut beschrieben, außer den Fenstern, die als „parum defectuosa“ bezeichnet werden. 
 
1580 gehörten zur Hofmark Lichtenhaag die drei Einöden Vorderreit, Reit und Haubertshub. 1597/99 gehörten an besonderen Häusern und Gütern zur geschlossenen Hofmark Lichtenhaag: das Schloß, die Tafern, die Schmiede, das Bad, das Back- und Amtshaus, der Hofbauer, die Aichmairhube (Aimer), das Wochenreiter Lehen, die Mühle, der Hörmannsederhof und 10 Sölden. 1591 kamen die Hofmarken an die Visler (Hans Heinrich), die sie bis 1650 innehatten. Die Nachfolder der Visler wurden die Everhard bis 1760.
Die Everhards hatten schon sehr früh eine „Schule“ unterhalten und zu diesem Zweck ein Zimmer im Schloß zur Verfügung gestellt.

1723 wird Lichtenhaag in der Ortsbeschreibung von Michael Wening wie folgt erwähnt: „In Hofmarck sambt einem Schloß erkennt für seinen jetztmahligen Besitzer den Herrn Ferdinand Franz Siegmund Freiherrn von Everhard welcher aber hier abwesend die hoffürstl. Frensingische Hauptmannschaft in Steuermarckt zu Rottenfeld administriert. Liegt im Landgericht Biburg zwischen Seyboldsdorf und Gerzen auf einem Berg von zimblicher Höhe. Weilen die Herren Innhaber allhier zu wohnen schon lange Jahre verhindert gewesen, so hat man keine sondre Sorg noch Kosten auf das Schloß gewendet. Vor mehr dann 200 Jahren sind die Leberskircher rechtmässige Inhaber dessen gewesen. Von diesen ist es auf die Höllgruber, von ihnen durch Erbschaft und Heirat an die Stockhammer, durch Kauf an die Vißlerischen, durch Erbschaft und Heirat an die Everhard. Der Schutzpatron des Kirchleins ist St. Nikolaus“.

1746 wird die Kirche St. Florian (Wieskapelle) erstmals in den Akten Nr. 12 und 13 der Pfarrei Gerzen erwähnt. Dort heißt es, daß die kleine Kapelle vor mehr als 100 Jahren, „wie es der Wappenstein zeigt“, von der Hofmarksherrrschaft erbaut worden sein muss, und dass der Gemeinde mit Zustimmung des Ortspfarrers vom 20.05.1746 dorthin ein geschnitztes Bild gebracht wurde, welches den gegeißelten Heiland darstellt. Das Bild fand alsbald besondere Verehrung und täglich wurde in der Kapelle der Rosenkranz gebetet. Im Jahre 1748 wurde die Kapelle durch den Pfarrer von Gerzen benediziert. In verschiedenen Schriftstücken wird die Kapelle nun als Schloßkapelle bezeichnet. Der Hofmarksinhaber nahm sogar zeitweilig einen Priester in seinem Schloss auf, der als Schlosskaplan fungierte.

Um 1750 bestand das Kirchdorf Lichtenhaag aus 25 Anwesen, davon drei zu je 1/4 Höfe (Schuster, Weixlgartner, Kerscher), zehn zu je 1/16 Sölden (Schmied, Zimmerer, Schneider, Bäcker, Fischer, Wirt), sechs zu je 1/32 Häusl (Kramer, Kapeller, Bader).

1762 erwarb Graf v. Seyboldsdorf Ober- und Niederaichbach, Mauern, Lichtenhaag und Leberskirchen.
Bis in das Jahr 1782 sind mehrere Ansuchen der verschiedenen Hofmarksinhaber vorhanden, die jeweils beim Konsitorium ansuchen, dass in der Wies- bzw. Schlosskapelle Messe gefeiert werden darf. Aber dann geriet die Kapelle anscheinend in Verfall, da sie in einem Schreiben des Pfarrers von Gerzen vom 22.07.1785 als eine alte vermoderte aus Brettern zusammengeschlagene Kapelle bezeichnet wird, die „ziemlich ruinös und gänzlich demoliert“, ist, so dass die „Statute“ des in Holz gemeißelten Heilands in die Pfarrkirche verbracht werden soll.

1829 beklagt sich der Lehrer Löwerfinger über die örtlichen Verhältnisse in dem Lichtenhaager Schloss die inzwischen untragbar geworden waren und unterrichtete die Kinder ab 1830 in seiner eigenen Wohnung. 

1831 wohnten in den 42 Häusern, 1 Schloß, einer Ziegelhütte und einer Mühle des Ortes bereits 164 Personen. Das Patrimonialgericht wurde im Jahre 1849 aufgehoben.
Im Jahre 1842 hatten die 27 Anwesen ohne Kirche (Hs.-Nr. 22), folgende besitzrechtliche Qualitäten: dreiundzwanzig Anwesen bis 5 Tagwerk, sechszehn Anwesen bis 20 Tagwerk, 2 Anwesen bis 35 Tagwerk und drei Anwesen über 70 Tagwerk. Das Dorf kennzeichnete eine durchschnittliche Besitzgröße von 11,44 Tagwerk, wobei der Besitz zwischen den Anwesen der verschiedenen besitzrechtlichen Qualitäten sehr ungleichmäßig verteilt war. Auf drei Anwesen verteilten sich 267,68 Tagwerk. Sie besaßen damit 53 % der gesamten Flächen des Dorfgebiets von 503,24 Tagwerk.
Eine breite Schicht kleinbäuerlicher Anwesen prägte Lichtenhaag um 1842. Im Grundsteuerkataster finden sich Hinweise zu einer Mühle (Hs.-Nr. 16), eines Fischers (Hs.-Nr. 20), eines Schmieds (Hs.-Nr. 25), einen Kramer (Hs.-Nr. 26), einer Bäckerei (Hs.-Nr. 27), eines Metzgers (Hs.-Nr. 31), eines Wirtes (Hs.-Nr. 33), eines Ladens (Hs.-Nr. 35) und eines Webers (Hs.-Nr. 37) jeweils mit Handwerksgerechtigkeit. Erschwert wurde die Auswertung des Grundsteuerkatasters durch die schlechte Lesbarkeit.
Zur Zeit des Extraditionsplans 1844/45 wurde die Flur noch durchgängig in Form der Dreifelderwirtschaft bewirtschaftet, wobei sich teilweise bereits die Grünbrache mit Flachs, Futterkräutern und Kartoffeln durchgesetzt hatte. Die Kirche besaß 0,22 Tagwerk und die Gemeinde 0,03 Tagwerk.

1867 wohnten in den 79 Wohngebäuden, des Ortes mit 2 Kirchen, Schule, Schloß und Brücke über die kleine Vils 205 Personen. Laut den Pfarrakten Nr. 37 von 1882/1883 wurde die Kirche St. Nikolaus 1883 erhöht bzw. der schadhafte Dachstuhl repariert und 1884 neu ausgemalt.
1904 lebten in den 51 Wohnhäusern bereits 206 Menschen. Im Jahre 1956 faßt die Gemeinde Lichtenhaag den Beschluß zum Bau der Vilsbrücke für 66.269,20 DM.
1911 wohnten 543 Ortsanwesende in 102 Haushaltungen.

Am 08.05.1932 wird in einem Visitationsprotokoll zur Kirche St. Nikolaus folgendes vermerkt: „viel zu klein; feucht aber sonst zierliche Nebenkirche wird im Sommer 1926 durch einen Anbau von 7 m Länge vergrößert, wobei auch die Bauschäden am alten Bau behoben werden, Turm infolge Witterungseinflüsse schadhaft, 2 Glocken" 1950 wohnten in den 55 Wohngebäuden des Ortes 357 Einwohner.

In den Jahren 1959/1960 wurde die heutige Kirche St. Nikolaus anstelle des in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts erbauten Vorgängerbaus errichtet. Der im 15. Jahrhundert errichtete Turm des Vorgängerbaus blieb erhalten.

1961 wohnten in den inzwischen 116 Wohngebäuden 552 Personen.
1973 beherbergte das Kirchdorf 372 Bürger. 
Bei der Gebietsreform 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Lichtenhaag mit 372 Einwohnern nach Gerzen eingemeindet, zu der es bis heute gehört.
1987 wohnten in den inzwischen 136 Wohngebäuden bereits 437 Personen.
2002 wohnen in den 181 Wohngebäuden des Ortes 492 Personen.

 

zurück

Aktuelle Termine
18.05.2012
Volksfest Gerzen
20.05.2012
Erstkommunion in Dietelskirchen
21.05.2012
Gemeinderatssitzung Aham
24.05.2012
Gemeinderatsitzung Gerzen
26.05.2012
Sommerfest der JFG Vilstalkicker 09
Termine im Überblick

Top News
18.05.2012
Praxisklasse an der Mittelschule Gerzen - Förderung durch den Europäischen Sozialfonds
16.05.2012
Aham - Neues aus der Bücherei
15.05.2012
Tennis Trainingslager in Umag
14.05.2012
Kindereinträge im Reisepass der Eltern werden ungültig
14.05.2012
4-Tagesfahrt der KRK; wieder Restplätze vorhanden
News im Überblick

Wettervorhersage
Wettervorhersage Gerzen