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Krieger- und Reservistenkameradschaft hielt Jahrtag mit Gottesdienst und Einweihung des Kriegerdenkmals ab
Am vergangenen Sonntag beging die Krieger- und Reservistenkameradschaft  Gerzen ihren Jahrtag, bei dem das neu gestaltete Kriegerdenkmal am neuen Standort an der Ostseite der Kirche von Pfarrer Franz Speckbacher feierlich eingeweiht wurde.

Auch in diesem Jahr begann das Festprogramm bereits um 6 Uhr mit dem Wecken durch Kanonenschüsse. Ab 8:15 Uhr wurden die Abordnungen der Vereine beim Gasthof Bergmeier von der Blaskapelle Felix Riedel eingeholt, die von Vorstand Georg Fischer herzlich willkommen geheißen wurden. Mit Salutschüssen und Glockengeläut bewegte sich der Kirchenzug mit den örtlichen Vereinen und den Nachbarvereinen aus Aham, Johannesbrunn, Triendorf, Wippstetten und Lichtenhaag zur Pfarrkirche. Dort hielt Pfarrer Franz Speckbacher den Gedenkgottesdienst für die gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden der Pfarrei beider Weltkriege. Für Ihn sei es eine Freude, das würdige Denkmal am neuen Standort direkt bei der Kirche einweihen zu dürfen. „Maria möge ihren Schutzmantel über alle ausbreiten und Jesus allein gibt uns den Frieden zu finden, nach dem wir suchen“, so der Pfarrer. In seiner Predigt stellte Speckbacher die Frage, ob der Sinn im Leben eines Menschen darin liegen kann, sich zu Tode zu arbeiten. Der Herzinfarkt ist zum Heldentod der Leistungsgesellschaft geworden. Wir hören nicht mehr hin in den Sinn der Welt, aufeinander und auf unsere Beziehungen. Wir werden bis zur Erschöpfung beansprucht, wir leben nicht mehr aus der Tiefe. Dieser Zwang macht uns krank. Hinhören muss wieder Vorrang vor dem Tun bekommen. Wir müssen uns bewusst zur Innerlichkeit entscheiden und in Jesus die innere Ruhe finden. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Blaskapelle Riedel feierlich umrahmt.

Nach dem Gottesdienst bewegte sich der lange Zug durch die Hofmark zum neuen Standort des Kriegerdenkmals, wo Pfarrer Franz Speckbacher die Einweihung vornahm. „Wenn uns mittlerweile auch lange Jahrzehnte vom grausamen Erlebnis zweier Weltkriege trennen, dürfen die Opfer blinder Gewalt doch niemals in Vergessenheit sinken. Sooft uns der Weg an diesem Denkmal vorbeiführt, lass Gedanken des Friedens und der Versöhnung in unserer Seele aufsteigen, alle Bitterkeit, jedes Misstrauen, alle Feindseligkeit überwinden und uns gegenseitig als Deine geliebten Kinder erkennen“, so der Pfarrer. Nach den Gebeten von Pfarrer Franz Speckbacher für alle Gefallenen, Vermissten und Verstorbenen hielt Vorstand Georg Fischer seine Ansprache: Er sagte, dass dieser Jahrtag uns an vergangenes Leid und an die vielen Toten aus zwei Weltkriegen erinnern soll. Die auf dem Mahnmal „verewigten“ Namen sollen als Mahnung gegen den Krieg dauerhaft in Erinnerung bleiben, nicht nur bei den Angehörigen der gefallenen und vermisten Kameraden, sondern auch bei der jungen Generation. Anschließend ging er kurz auf die Geschichte des Kriegerdenkmals in Gerzen ein. Nach dem Deutsch – Französischen Krieg 1870 /71 gründeten fünf namentlich erwähnte Bürger aus Gerzen, die Veteranenkampfgenossenschaft  Gerzen und errichteten im Jahre 1898 das erste Kriegerdenkmal als Mariensäule in der Hofmark. Im Jahre 1921 schuf man unter dem damaligen Vorstand Ellwanger in der heutigen Kirchstraße eine Gedenkstätte für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges 1914/18. Nach Beendigung des Zweiten Weitkrieges 1945 wurde im Friedhof in Gerzen eine Gedenkstätte mit Gedenktafeln aus Holz für jeden gefallenen Soldaten von Gerzen aufgestellt. 1955 versetzte man das Kriegerdenkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges neben das Denkmal von 1870/71 in die Hofmark. 1967 löste man die Gedenkstätte im Friedhof auf und unter Vorstand Sebastian Wachinger wurde ein Denkmal für alle Gefallenen und Vermisten der beiden Weltkriege in der Hofmark aus Naturstein gestaltet. Nun stehen wir vor unserem versetzten und neu gestalteten Denkmal, das zum Gedenken der letzten Weltkriege, zur Mahnung für Frieden und Freiheit steht, so Fischer. Doch erfahren wir das Gegenteil, wenn wir durch die öffentlichen Medien vom Krieg in Afghanistan informiert werden, wo junge deutsche Soldaten in Ausführung ihres Dienstes ihr Leben lassen müssen. Darum lasst uns heute an die Gefallenen, Vermisten und allen die auf der Flucht durch den Krieg ihr Leben ließen gedenken. Nach dem Gedenken an alle Opfer der Kriege, Gewalt und Terror stellte er am Kriegerdenkmal eine Blumenschale ab. Mit dem Lied vom „Guten Kameraden“, dem Senken der Fahnen zum Gebet, dem Ehrensalut und der Nationalhymne wurden die Feierlichkeiten am Kriegerdenkmal abgeschlossen. Nach der Gedenkfeier erfolgten wieder die Aufstellung und der Marsch zum Gasthof Bergmeier, wo das gemeinsame Mittagessen eingenommen wurde.

 

Ein langer Kirchenzug bewegte sich zum Kriegerdenkmal.

Nach der Einweihung durch Pfarrer Franz Speckbacher hielt Vorstand Georg Fischer seine Ansprache

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